Systemisches Denken


Zirkulär und kausal zu denken heisst - "im Kreis denken" - alles ist mit allem vernetzt, alles hat auf alles einen Einfluss. Es gibt daher keine eindeutigen "Ursachen" oder "Schuldigen", sondern Beteiligte in einem System von unterschiedlicher Art und unterschiedlichem Ausmass.
Systemisch-zirkuläres Denken betrachtet Wechselbeziehungen zwischen dem eigenen Verhalten und dem Verhalten anderer im System. Es sucht niemals nach Ursachen und Schuldigen, sondern überlegt, welche Muster von Kommunikation, Beziehungen und Handlungen im Zusammenhang mit anderen Mustern letztendlich zu einem bestimmten Ergebnis führen und wie diese Muster anders "gestrickt" werden können, damit lösungsorientierte Wege und zieldienliche Ergebnisse entstehen.

Aus systemischer Sicht gibt es kein richtig oder falsch, sondern ein „passend“ - zum jeweiligen System, zur Situation, zur Kultur, zu den Forderungen, die von aussen gestellt werden, etc. - oder „nicht passend“.
Was als „passend“ oder „unpassend“ empfunden wird, bewertet jeder Einzelne stets nach seinen Erfahrungen, Einstellungen und Zielen.

Indem wir die Verantwortung für unser eigenes Handeln übernehmen und uns dessen bewusst sind, sehen wir uns gezwungen, in Auswirkungen zu denken. Indem wir jeweils die möglichen Auswirkungen unseres Handelns überdenken, bevor wir uns für einen Handlungsschritt entscheiden. Auch hier sind wir nie ganz frei vom System. Die Auswirkungen des eigenen Handelns, können aus der Geschichte des Anderen, ganz andere Auswirkungen zur folge haben, als die erwogenen Möglichkeiten. Auch dies sollten wir bedenken und in unser Handeln mit einbeziehen.

Ein zirkulär-kausales Miteinander wird möglich, in dem die Verantwortung für ein verändertes und veränderndes Handeln, übernommen wird.

Wenn wir davon ausgehen, dass nie ein Mensch Schuld am Entstehen einer bestimmten Situation oder eines Problems ist – wenn mehrere Menschen, in welcher Form auch immer, beteiligt waren – dann ist es auch völlig unerheblich, wer der „Verursacher“ oder wer „schuld“ war.
Es wird nicht gefragt, wer das Problem, diese Situation verursacht hat, sondern:
„Was müsste wer wann in der Zukunft anders tun, damit für ein optimales Ergebnis herauskommt?“ und vor allem
„Was können sie tun, damit sich eine Situation anders gestaltet oder verändert?“
Die Fragen die gestellt werden, sind nicht analysierend-statische Fragen der Vergangenheit, sondern vor allem zukunfts-, verhaltens- und zielorientierte Fragen.
Steve de Shazer sagt dazu: „Über Probleme reden kreiert Probleme – über Lösungen reden kreiert Lösungen.“

Es gibt natürlich in der systemischen Theorie auch Fragen, die nach der Vergangenheit fragen. Jedoch nicht, um Ursachen zu finden, sondern um erfolgreiche oder weniger erfolgreiche Muster aufzudecken, die im zukünftigen Verhalten Berücksichtigung finden sollten. Sei es, um diese zu verändern oder auch, um diese zu erhalten.

Quelle: Sonja Radatz - Beratung ohne Ratschlag - Systemisches Coaching für Führungskräfte und BeraterInnen - 5. Auflage 2008

Ausgehend vom Gedanken der Personenzentrierten Beratung von Carl Rogers - jeder Mensch trägt bereits die Lösung eines Problems oder einer Situation in sich selbst -
verstehe ich meine Arbeit - durch das gezielte stellen von Fragen im Coaching, durch die Arbeit mit Hypothesen in der Systemischen Beratung und durch Formulieren dessen, was Sichtbar wird (dies ausschliesslich durch den Klienten) in der kunstagogischen Begleitung - als Unterstützung - zur Lösungsfindung - Lösungserkennung - Lösungsfokussierung

Sie selbst finden eine Lösung und Sie entscheiden, ob es eine für Sie passende Lösung ist. Auch werden Sie selbst entscheiden, ob Sie mit einer solchen Lösung etwas verändern möchten.

Sie selbst können dann, mit dieser Lösung und Ihrer Entscheidung zur Veränderung, die Verantwortung für Ihr verändertes und veränderndes Handeln und deren Auswirkungen auf die Systeme, in denen Sie leben, übernehmen.

Sie selbst werden aktiv und gestalten somit die Sie umgebenden Systeme.